FSD Fachverband Shantychöre Deutschland

Fachverband Shantychöre Deutschland

Songs von Fernweh, Heimweh und der harten Arbeit auf See


News


Hier traf sich die Vokalmusikszene
Herford,den 22.09.2017

Gruppe Crossjack-Shantysingers
(v.l. n.r: Klaus Majchrzak; Carina Clemens (FSD) Wolfgang Welke; Peter Massau; Karl-H. Braun; Hans Rodax (FSD)
Zum vierten Mal veranstaltete der Deutsche Chorverband (DCV) vom 14. bis zum 17. September 2017 die chor.com in Dortmund.
Es war der große Branchentreff und Fachkongress, zu dem erneut mehr als 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gekommen waren.
Unter den Workshops war auch einer zum Thema SHANTIES mit dem Titel "Shanties - Arbeits- und Freizeitlieder auf den Tiefwasserseglern des 18. und 19. Jahrhunderts"
Das Seminar wurde in Theorie und Praxis dargestellt von der Gruppe CROSSJACK aus Oldenburg unter der überaus kompetenten Leitung von Klaus Majchrzak.
Das Liedgut wurde mit Hintergründen der Texte vorgestellt und auch mit Erläuterung der dazu gehörenden Arbeiten auch musikalisch ergänzt.
Neben diesem 1,5 Stunden dauernden Workshop hat die Gruppe auf der Freitreppe im Kongresszentrum die annähernd 250 Zuhörern gesanglich auf die seemännischen Shanties eingestimmt, und damit auch für den Workshop geworben.
Der FSD war während der Messezeiten mit einem eigenen Stand vertreten. Hier haben die Mitglieder des FSD-Präsidiums alle Fragen rund um den Shanty beantwortet und hierbei immer wieder festgestellt, dass die Art üserer Shanty- Musik selbst bei musikalischen Profis häufig "bömische Dörfer" waren.
Alle haben jedoch danach den Stand mit einem ersten Wissen um die Shanties verlassen.
Hans Rodax

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INTERNATIONALES SHANTY-FESTIVAL OSTSEE 2017
Herford, 22.09.201702.2017
Singende Botschafter von Wind, Wogen und Wellen

volles Zelt in Burgstaaken   vergrößern

Neun Shantychöre und -gruppen sorgen für maritime Stimmung beim Ostseefestival / Auftritte auf Fehmarn und in Marstal
“Das war wieder eine tolle Konzertreise zum Shanty-Festival auf der Ostsee mit vielen neuen Eindrücken“, Begegnungen und herzlichen Freundschaften“.
Die Freundschaften, die die Chöre untereinander geschlossen haben, verkörpern die verbindende Idee des Shanty-Ostseefestivals grundsätzlich aufs Beste!“
Hans Rodax, Präsident des Fachverbands Shantychöre Deutschland (FSD) und gleichzeitig Leiter des Shanty Chor Hansestadt Herford zeigt sich mehr als zufrieden.
Neun Jahr lang hatte Rodax als Präsident der ISSA ( International Shanty and Seasong Association) das Ostseefestival organisiert.

 

Shanty-Chöre Herford und CH-Tribschenhorn   vergrößern

Nach drei Jahren Pause arrangierte der Herforder unter dem Namen “FSD-Internationales Shanty- und Seemannslieder-Festival 2017“ jetzt das lang ersehnte Revival neu - unter Federführung des Fachverbandes
Neun Shantychöre und Gruppen aus Deutschland, Holland und der Schweiz waren wieder eine Woche auf 6 Traditionsseglern wie der “Zuiderzee“, “Swaensborg“ und “Ethel von Brixham“ unterwegs, um mit Klassikern, wie dem “Hamburger Veermaster“ oder “John Kanaka“ das Publikum zu erfreuen.
Bei Auftritten im dänischen Marstal auf der Insel Aero und in Burgstaaken auf Fehmarn konnten die Zuschauer jeweils zwei Tage lang das Beste der maritimen Sangeswelt genießen und alles über die - ursprünglich an Bord der alten Tiefwassersegler gesungenen – Arbeitslieder und Freizeitlieder erfahren.

 

Still liegen die Schiffe   vergrößern

Mit dabei waren dieses Mal Shantychöre aus Herford, Berlin und Niebüll, Margit un de Freesenjungs aus Schleswig-Holstein , die Shantycrew Tribschenhorn aus der Schweiz, die Zalmvissers aus dem niederländischen Ongestaagd, die Anchor Aweigh Boys aus Warendorf sowie die Gruppen Ol Hands und The Whalers aus den Niederlanden.
In Marstall gesellte sich der ortsansässige Shantychor Smaborgerlige Sangsforening dazu.
„Wir wollen das maritime Liedgut und seemännisches Brauchtum bewahren und den Kontakt der Chöre untereinander fördern“, beschreibt Hans Rodax die Mission der singenden Botschafter von Wind, Wellen und Wogen.
Während des FSD-Internationalen Shanty- und Seemannslieder Festivals 2017 segelten und motorten (leider auch) die mitfahrenden Chöre auf historischen Traditionsseglern zumeist bei Kaiserwetter die Auftrittsorte an, übernachteten und lebten während der Festivalwoche auch auf diesen.
Um den maritimen “Spirit“ von Titeln wie dem “Mingulay Boat Song“ oder “Leave her Johnny“ zu verinnerlichen, wurde beim Segelsetzen und -reffen und heben des Ankers vom Publikum symbolisch aktiv mitgeholfen.
Selbst eine abenteuerliche Nachtwache vor Fehmarn an Bord der “Pedro Doncker“ gehörte zu den besonderen Erlebnissen.
An Bord des zur Barkentine umgebauten ehemaligen niederländischen Fischtrawlers freundeten sich bspw. die Herforder Hansesänger schnell mit der aus der Schweiz stammenden Shantycrew Tribschenhorn aus der Nähe Luzerns an.
Dessen Chorleiter Peter Lindemann setzte als ausgebildeter Opernsänger nicht zuletzt durch seine spezielle Vermittlung von Atemtechniken und Yogaübungen („Den Nacken lassen wir an die Decke wachsen“) ganz neue Akzente.
“Die Shanties sind in ihrer Struktur als Arbeitslieder ja relativ fix vorgegeben, aber man kann da schon einiges gestalten und neu arrangieren“, sagt Lindemann, der unter dem Pseudonym SapphiRlight auch Instrumentalmusik veröffentlicht und in seiner Heimat vier weitere Chöre leitet.
„Wenn ein Chor immer nur zum Klavier singt, kann er am Ende ohne Klavierbegleitung gar nicht mehr singen“, gab der Schweizer zu bedenken.
An Bord der “Pedro Doncker“ wurde der Vollblutmusiker von seinem Tribschenhorner “Sangesmatrosen“ denn auch gleich mit einem Kochtopf auf dem Kopf und dem zugehörigen Ritual offiziell als “Seemann“ aufgenommen.

 

Festival Finale   vergrößern

Hier probten auch die Herforder in der Messe samt der dreiköpfigen weiblichen Sailorcrew vor den Auftritten ihre Titel ein.
Zum Repertoire des Shantychores gehörten dieses Mal unter anderem Klassiker wie “Einmal noch nach Bombay“, “Uns fehlt der Wind“, “Hoch im Norden“ sowie eine Vokalbearbeitung von James Lasts instrumental “Biscaya“.
Beim “Mingulay Boat Song“ geht es um schottische Fischer, die wegen schlechter Witterung erfolglos vom Walfang aus dem Nordatlantik zur Insel Mingulay zurückkehren.
Pantomimisch durften dazu auf Seiten des Publikums die Segel gesetzt werden.
„Das ist aber kein Walzer hier, Freunde“, ermahnte Rodax die Zuschauer schmunzelnd, als auch besagte Tanzschritte unter den Gästen zu vernehmen waren.
Ein gefeierter gemeinsamer Auftritt auf Fehmarn besiegelte die neue Chorfreundschaft zwischen der Shantychor Tribschenhorn und dem Shantychor Hansestadt Herford endgültig.
Oliver Behncke , Tourismusdirektor für Fehmarn, freute sich bei der Eröffnung im Festzelt unweit des Kommunalhafens, Hans Rodax und die angetretenen Chöre nach längerer Pause wieder begrüßen zu dürfen.
Der 49-Jährige war als Stadtmanager lange Jahre für Heiligenhafen zuständig.
Die Kleinstadt in Ostholstein war während der vergangenen Ostseetouren der ISSA häufig das erste Ziel der Traditionssegler und Austragungsort eines zweitägigen Shantyfestivals.
In Laboe besichtigte man am Ende der einwöchigen Reise das Marine Ehrenmal und das Museums-U Boot 995.
Hans Rodax fuhr in den 60er Jahren selbst zur See und ist immer noch Mitglied der Marinekameradschaft, aus der der Shantychor in Herford ursprünglich hervorging.
Für 2018 ist eine Neuauflage des Shantyfestivals mit den gleichen Orten wie in 2017, aber auch in Rostock und Wismar, geplant.

Herford, 22.09.2017
Hans Rodax / Alexander Bösch


INTERNATIONALES SHANTY-FESTIVAL OSTSEE 2017
Mast- und Schotbruch auf der Jantje
beim Segeln wünscht man sich aus alter Tradition "Mast- und Schotbruch". Dieser Seglergruß soll böse Dämonen davon abhalten, Schaden anzurichten. Denn den Schaden hat ja der Segler bereits selbst beschworen.

Traditionssegler "Jantje"

Auf der Jantje, auf der ich mit "Margit und den Freesenjungs" fuhr, wurde der Bruch nicht beschworen und prompt wurden die Dämonen aktiv.
Einen Tag vorher zog ich an einer Leine, die mir vom Matrosen in die Hand gedrückt wurde. Es ging nicht weiter und ich sollte stärker ziehen. So zum Spaß meinte ich noch: "Ich habe halt Angst, dass ich was abreisse." Natürlich glaubte ich nicht wirklich, mit Muskelkraft irgendwas beschädigen zu können.
Doch dann wurde es ernst. Am letzten Tag sollten im Hafen von Laboe Segel gesetzt werden für das Auslaufen. Bei Windstille wollten wir mit allen Segeln den Hafen singend verlassen. Dazu mussten die Rahen gedreht werden, also die Querbalken für die Rah-Segel. Der Skipper war nicht an Bord, der Matrose verteilte die Aufgaben.
Die oberste Rah ging überraschend schwer und zwei Mann hängten sich mit ihrem Körpergewicht und voller Kraft ins Seil. Ein knirschender Ton von oben wurde ignoriert und beim nächsten Ziehen brach die oberste Rah. Was war passiert? Die Gegenseite war nicht gelöst und so wurde der Holzbalken wie ein Flitzebogen gespannt und brach schließlich. Er war wohl etwas verwittert, wie ein auf das Deck gefallenes Holz-Bruchstück vermuten ließ.

 

"Jantje" unter der Fehmarnsundbrücke   Foto: Reimer

Laut fluchend kletterte der Skipper nach seiner Rückkehr bis zur Mastspitze und sicherte die nun zweiteilige Rah und das Segel, dass nichts abstürzen konnte. So ging es dann den Hafen singend hinaus mit einem Segel weniger.
Nah bei der Hafenausfahrt lag ein anderes Schiff unserer kleinen Flotte und wir wollten gerade noch ein Lied anstimmen für diese Crew (THE WHALERS (NL), Shantygruppe OL`HANDS Shantymen (NL), Shantygruppe ANCHOR AWEIGH BOYS (D) ), als sie uns zuvor kam und ihrerseits ein Lied für uns sang. Wir stimmten ein in das letzte Lied auf diesem Törn und es ging hinüber nach Holtenau, wo unsere Woche endete.
Mit maritimen Sängergrüßen, euer
Shanty-Kalle (Karl-Heinz Osmer)
P-S. Die Jantje war wohl das einzige Schiff unserer Flotte, das unter der Fehmarnsundbrücke durchpasste. Von der Mastspitze zur Brücken-Unterseite waren es nur 50 cm. Da hatten die Dämonen ihre Chance noch nicht erkannt ...

 



25.10.2017   news.php